April 2023

Groll, Wut, Zorn – Die Säulen des Untergangs

„Groll ist der Feind Nummer eins“, heißt es in Wie Bill es sieht, Nr. 39 und auch in Kapitel 98 wird dieser Satz erwähnt. Weiter heißt es dort: ,,Groll ist auch die Hauptursache für einen Rückfall. Wir AA wissen sehr gut, dass Trinken für uns entweder Wahnsinn oder Tod bedeutet.“

Das bedeutet für mich, dass ich mir diese negativen Gefühle nicht mehr leisten kann. Trotzdem erwische ich mich dabei, dass sie bei mir entstehen. Denke ich dann genau darüber nach, warum ich diese Gefühle habe, stelle ich fest, dass der Ursprung immer bei mir liegt. Der Ursprung kann zum Beispiel Neid oder Missgunst sein, oder Kritik, die ich als ungerecht empfinde. Ich befinde mich dann nicht mehr in meiner Mitte und habe vorausgehende Signale übersehen. Oder ich bin viel zu selbstgerecht und intolerant.

In einem solchen Fall ist es existenziell für mich, darüber zu reden – im Meeting, oder mit einer AA-Freundin oder einem AA-Freund, und mein Ego wieder zurechtrücken zu lassen. Ich bin selbst manchmal betriebsblind, aber meine AA-Freunde kennen mich so gut, dass sie genau wissen, wie sie mir helfen können, den Weg zurück in ein zufriedenes Dasein zu finden.

Das Zurechtrücken bedeutet für mich auch, eine Inventur durchzuführen, weil ich um nichts in der Welt wieder zur Flasche greifen möchte. In meinem nassen Leben haben Wut, Groll und Zorn mein Leben bestimmt und mir Gründe geliefert, mich wieder zu betrinken und das ist keine Option mehr für mich.

Sonderthema zur April-Ausgabe

Jung und nüchtern

„Die Lebensgeschichte dieses Mannes bringt junge Menschen vielleicht auf die Idee, dass sie wie er aus eigener Willenskraft aufhören könnten. Wir zweifeln daran, dass das viele fertigbringen, denn keiner will wirklich aufhören. Kaum einer wird den Zeitpunkt erleben, an dem er herausfindet, ob er es geschafft hat, weil er schon das dem Alkoholiker eigentümliche, verdrehte Denken erworben hat. In unserer Gruppe gibt es einige, die dreißig Jahre oder noch jünger sind. Sie hatten nur ein paar Jahre getrunken und waren trotzdem genauso hilflos wie jene, die zwanzig Jahre lang getrunken hatten.“                                                         (Blaues Buch, Seite 38, 39)

Bist du in jungen Jahren, vielleicht schon in deiner Jugend oder als junger Erwachsener nüchtern geworden? Wie war es für dich so früh nüchtern zu werden? Was waren die größten Herausforderungen und Glücksmomente? Teile mit uns deine Erfahrung, Kraft und Hoffnung.

Beiträge zu beiden Themen bitte bis 10. Februar 2023 an aa-redaktion@anonyme-alkoholiker.de

Mai 2023

Zufrieden, glücklich, ausgeglichen – ohne Alkohol?

Frei sind wir glücklich

Für die meisten Menschen bedeutet das Trinken Befreiung von Sorge, Langeweile und Ärger. Es bedeutet fröhliches Zusammensein mit Freunden und das Gefühl, dass das Leben lebenswert ist. Ganz anders war es mit uns, besonders in der Schlussphase unseres heftigen Trinkens. Die alten Freuden waren dahin. Wir jammerten ständig dem schönen Leben nach und klammerten uns an den verhängnisvollen Irrtum, dass wir durch ein Wunder unser Trinken wieder kontrollieren könnten. Das immer wieder nichts als ein neuer Versuch – und immer wieder ein neuer Reinfall. Gott möchte uns glücklich, fröhlich und frei sehen, dessen sind wir gewiss. Darum können wir auch nicht sagen, dieses Leben sei ein Tränental, wenngleich es das für uns einmal war. Aber wir wissen jetzt genau, dass wir uns das Meiste selbst zuzuschreiben haben.

Wie Bill es sieht, Seite 226, Art. 218

Zu Beginn meiner AA-Zugehörigkeit konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich jemals ohne Alkohol zufrieden, glücklich und ausgeglichen sein könnte. Vor meinem geistigen Auge sah ich ein trostloses Leben ohne Alkohol. Aber durch das Wirken des Programms und meine Persönlichkeitsänderung hat sich mein negatives Bild und auch mein weiteres Leben zum Positiven verändert.

Seid ihr auch zufrieden, glücklich und ausgeglichen – ohne Alkohol?

Beiträge bitte bis 10. März 2023 an aa-redaktion@anonyme-alkoholiker.de

Juni 2023

Eine Reise in 12 Schritten

Unsere Lebensgeschichten offenbaren, wie wir waren, was geschah und wie wir heute sind. Wenn Sie sich darüber klargeworden sind, dass Sie das haben wollen, was

wir heute besitzen – und wenn Sie willens sind, den ganzen Weg zu gehen, um es zu bekommen – dann sind Sie auch bereit, dafür gewisse Schritte zu tun.

Vor manchen Schritten scheuten wir zurück. Wir dachten, wir können einen einfacheren, bequemeren Weg finden. Aber das ging nicht. Ernsthaft und eindringlich bitten wir Sie, von Anfang an furchtlos und gründlich zu sein. Einige von uns halten versucht, an alten

Vorstellungen festzuhalten: Das Resultat war gleich Null, bis wir kapitulierten.

Denken Sie daran, dass wir es mit Alkohol zu tun haben: Er ist verschlagen, trügerisch, mächtig! Ohne Hilfe ist es viel zu schwer für uns. Aber es gibt einen, der alle Kran hat- und das ist Gott. Mögen Sie ihn jetzt finden!

Halbe Sachen nützten uns nichts. Wir standen am Wendepunkt. Hingebungsvoll baten wir Ihn um seinen Schutz und seine Hilfe. Hier sind die Schritte, die wir gegangen sind und die als Programm zur Genesung empfohlen werden.

Anonyme Alkoholiker, Seite 67/68

Sonderthema: zur Juni-Ausgabe

Sexualität und Intimität

„Zusammenfassend zum Thema Sexualität: Wir beten ernsthaft um ein richtiges Ideal, um Führung in jeder fragwürdigen Situation, um geistige Gesundheit und um die Kraft, das Richtige zu tun. Wenn Sexualität eine zu große Belastung wird, bemühen wir uns umso mehr, anderen zu helfen. Wir kümmern uns um ihre Nöte und tun etwas für sie. Dabei kommen wir auf andere Gedanken. Es beruhigt den übersteigerten Drang. Diesem nachzugeben, würde ein gebrochenes Herz bedeuten.“

(Blaues Buch, Seite 81)

Was sind deine Erfahrungen mit Sexualität und Intimität in deiner Nüchternheit? Was durftest du durch die Inventur im Vierten Schritt lernen? Und wie wirkt sich das AA-Programm dadurch in deinen Beziehungen aus? Teile mit uns deine Erfahrung.

Beiträge zu beiden Themen bitte bis 10. April 2023 an aa-redaktion@anonyme-alkoholiker.de