• Dezember 2019

    Kapitulation – Stärke aus der Niederlage

    „Wir gaben zu, dass wir dem Alkohol gegenüber machtlos sind – und unser Leben nicht mehr meistern konnten. Welch eine Last fällt von mir, wenn ich, im Alter häufiger, dazu stehe, dass ich Momente habe, wo ich kraftlos und unfähig bin. Wie ich mich freue, dass ich diesen Zustand nicht in der mir wohlbekannten Gereiztheit erlebe. Und wie ich es genieße, wenn es mir wieder besser geht.“

    (Blaues Buch, vierte Auflage 1980, S.67)

    Zu allen Zeiten der Geschichte war man sich einig, dass Vertrauen in eine Höhere Macht Mut bedeutet und Selbstvertrauen schafft. Deshalb ist es auch keineswegs überraschend, dass Menschen mit dieser Einstellung mutig zu ihrer Überzeugung stehen. Ihr Selbstvertrauen befähigt sie, ihre Furcht zu bezwingen und schließlich über sie hinauszuwachsen. Die Kraft, jedem Unheil mit Gelassenheit zu begegnen, wird uns in dem Maße gegeben, wie wir sie in uns einströmen lassen.

    Beiträge bitte bis spätestens 10. Oktober 2019

  • Januar 2020

    Leben in heiterer Gelassenheit

    „Einer, der gestern zu viel getrunken hat und mit einem schweren Kater aufwacht, kann heute nicht gut leben. Es gibt noch einen anderen Kater, den wir alle erfahren, ob wir trinken oder nicht. Das ist der seelische Kater, der sich sofort an eine Orgie negativer Gefühle anschließt: Wut, Angst, Eifersucht und Ähnliches mehr.

    Wenn wir heute und morgen in Gelassenheit leben wollen, müssen wir sicherlich diesen Kater abschaffen. Das bedeutet nicht, dass wir krankhaft in unserer Vergangenheit herumwühlen müssen.

    Wichtig ist, dass wir Fehler zugeben und berichtigen – und zwar jetzt.“

    (Wie Bill es sieht Nr. 48, Seite 56)

    Welch eine Erleichterung ist die Erkenntnis, dass die Welt und jeder in ihr, mit mir oder ohne mich, gleich gut zurechtkommt. Und wie verblüffend ist es festzustellen, dass Menschen ganz ohne meine Kontrolle oder Beurteilung völlig in Ordnung sind und ich mir meine negativen Gefühle ihnen gegenüber sparen kann. Ich muss dazu nur meine krankhafte Ich-Bezogenheit verändern.

    Beiträge bitte bis spätestens 10. November 2019

  • Februar 2020

    Selbstgerecht und selbstgefällig

    „Es gibt nur noch wenige unter uns, die befürchten, dass ein Neuer dem Ruf oder der Wirksamkeit der AA Schaden zufügen kann.

    Rückfällige, Schreihälse, Radaubrüder, Spinner, Rebellen gegen das Programm und Geschäftemacher mit dem AA-Namen – alle diese Menschen schaden einer AA-Gruppe selten ernsthaft über längere Zeit.

    Einige von ihnen von ihnen wurden unsere geachtetsten und geliebtesten Freunde. Einige andere blieben nüchtern, stellten unsere Geduld aber auf harte Proben.

    Andere blieben fort.

    Wir sind dazu übergegangen, Quertreiber nicht als Gefahr, sondern als unsere Lehrer anzusehen. Sie zwingen uns zu Geduld, Toleranz und Demut.“

    (Aus: Wie Bill es sieht Nr. 28, Seite 36)

    Ich kann in/mit den Schritten und Traditionen lernen, nicht in Selbstgerechtigkeit und Selbstgefälligkeit zu verfallen, weil andere kränker oder anders sind als ich. Immer wieder lerne ich im Heute, andere nicht zu bekämpfen und zu verdammen, weil sie gegen meine Einstellungen und Prinzipien denken und handeln. Das ist für mich eine unverzichtbare Hilfe geworden, nicht nur in AA, sondern auch in meiner Alltagswelt zu bestehen, in der ich lebe.

    Beiträge bitte bis spätestens 10. Dezemberember 2019