13. April

Der trügerische Trost des Selbstmitleids

Selbstmitleid gehört zu den unglücklichsten und zerstörendsten Charaktereigenschaften, die wir kennen. Selbstmitleid behindert jeden spirituellen Fortschritt und unterbindet die nützliche Aussprache mit unseren Freunden, weil es zu viel Kraft bindet und weil es an den Bindungen nagt. Es ist eine rührselige Art, den Märtyrer zu spielen, und wir kommen damit schlecht an.

Wie Bill es sieht, S. 246

Der trügerische Trost des Selbstmitleids schützt mich nur einen Augenblick vor der Wirklichkeit und erfordert dann, wie eine Droge, eine immer höhere Dosis. Wenn ich dem unterliege, kann das zum Rückfall ins Trinken führen. Was kann ich tun? Ein sicheres Gegengift besteht darin, dass ich meine Aufmerksamkeit, wie gering sie anfangs auch sein mag, jenen zuwende, denen es offenbar schlechter geht als mir, besonders anderen Alkoholikern. Indem ich ihnen tatkräftig mein Mitgefühl zeige, werde ich im selben Maß mein eigenes übertriebenes Leiden lindern.

Aus dem Buch „Heute. Gedanken zum Tag“ (Originaltitel: Daily Reflections).
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