Juni 2026
Der sechste Schritt
Dieser sechste Schritt ist für mich ganz schön knifflig. Erst einmal setzt er voraus, dass ich bereit bin, meine Charakterfehler zu erkennen und anzunehmen. Schon das ist nicht leicht. Wie gerne habe ich meine Fehler doch anderen in die Schuhe geschoben, als Reaktion auf deren Fehlverhalten! „Hätte er mich nicht so wütend gemacht, wäre ich nicht so ausfallend geworden!“
Heute übernehme ich die Verantwortung für mein Fehlverhalten, z.B. wenn ich viel zu rasch wütend werde und mich nicht im Griff habe. Ich habe tatsächlich den Wunsch, daran etwas zu verändern. Aber wie? Und da setzt der Sechste Schritt ein. Ich darf meine Charakterfehler bei meiner Höheren Macht abgeben. Dafür benötige ich Bereitschaft. Aber bin ich wirklich völlig bereit, all meine Charakterfehler auf- bzw. abzugeben? Alle auf einmal ganz bestimmt nicht!
Aber, Gott sei Dank, muss ich das ja auch gar nicht. Ich darf freiwillig und in meinem eigenen Tempo nach und nach bereit dazu werden. Wie habt ihr den Sechsten Schritt gemacht? Wir sind gespannt auf eure Einsendungen.
Sonderthema Juni 2026
Trockenheit ist keine Dürre
Bevor ich aufhörte zu trinken, hatte ich große Angst vor einem Leben ohne Alkohol. Was würde das für ein trostloses Leben sein! Nichts Schönes würde ich mehr erleben, überall ausgeschlossen sein und nie mehr Spaß haben. Ich stellte mir das trockene Leben wirklich wie eine Dürre vor.
Doch es kam ganz anders. Heute nach einigen 24 Stunden Trockenheit kann ich sagen, dass all diese Befürchtungen nicht wahr geworden sind. Jetzt kann ich klar entscheiden, was ich tun will und was mir Freude macht. Mein Leben ist so viel reicher, bunter und lebensfroher geworden, dass ich es nicht mehr gegen das alte eintauschen möchte. Auch lachen kann ich noch! Ich weiß sogar immer, worüber! „Dazu gehören“ heißt für mich heute, eine Wahl zu haben, mit welchen Menschen ich mich umgeben möchte. Für mich gibt es nichts Besseres als zur AA zu gehören. Voll und ganz. Ich freue mich darauf, Eure Gedanken zum trockenen Leben zu lesen!
Beiträge zu beiden Themen bitte bis 3. April 2026 an aa-redaktion@anonyme-alkoholiker.de
Juli 2026
Der Siebte Schritt
Die Kapitulation vor dem Alkohol war der erste Schritt aus dem Elend. Doch schon bald erkannten wir, dass dies für eine stabile Nüchternheit nicht reicht. Wir fanden an den Tischen der AA den Nährboden und die Werkzeuge für unser neues Leben: Zugehörigkeit, Vertrauen, Kraft, Hoffnung, Ehrlichkeit, Gründlichkeit und Anleitung in den Schritten. Mit zunehmender Selbsterkenntnis wurden wir schließlich bereit, jene Charakterfehler, die anderen und uns selbst schaden, von uns nehmen zu lassen.
Wie versteht ihr Demut? Wie konnten sich Fehlverhalten bei euch verändern?
Wir freuen uns auf eure Beiträge!
Sonderthema Juli 2026
Nähe und Abgrenzung
Entweder versuchten wir, andere zu beherrschen und für unsere Zwecke zu missbrauchen, oder wir suchten Schutz hinter ihrer vermeintlichen Stärke. Wir erhöhten oder erniedrigten andere und uns selbst.
Bei den AA durften wir erkennen, wie sehr wir uns ähnlich sind in unseren Bedürfnissen, Schwächen, Hoffnungen und Wünschen. Wie gehen wir in Trockenheit und zunehmender Nüchternheit mit Nähe um? Wie setzen wir klare Grenzen? Wie geht Beziehung ohne Kampf und Flucht?
Was sind eure Erfahrungen auf einem der kompliziertesten Gebiete des Lebens. Konntet ihr eine Veränderung erleben; Fortschritt erkennen?
Beiträge zu beiden Themen bitte bis 3. Mai 2025 an aa-redaktion@anonyme-alkoholiker.de
August 2026
Der Achte Schritt
Jeder AA hat erfahren, dass er wenig vorankommt, bevor er Rückschau hält, sein menschliches Versagen überblickt und herausfindet, wie und in welchem Maße er anderen Menschen geschadet hat. Das kann seelische Wunden wieder aufreißen, denn oft wurden auch wir in diesen Beziehungen gekränkt und verletzt.
Im Achten Schritt fragen wir uns, welchen Schaden habe ich verursacht, wem bin ich etwas schuldig geblieben, wem gegenüber war ich rücksichtslos? Bei wem bin ich zur Wiedergutmachung bereit? Wen möchte ich lieber nicht auf die Liste setzen und warum?
Wie steht es um eure Liste und hat sie sich im Laufe der Jahre verändert? Bitte berichtet uns davon.
Sonderthema August 2026
Spiritualität im Alltag
Für mich bedeutet Spiritualität, auf die Kraft der Liebe und des Guten zu setzen. Zu vertrauen, dass alles seine Richtigkeit hat und auch schwere Zeiten vorübergehen.
Oft gibt es Momente, in denen ich nicht weiterweiß. Dann bitte ich um klarere Sicht, um richtige Gedanken, um passende Worte. Oder um einen Schubs, um zu tun, was ich selber tun kann. Wie wunderbar ist dann eine plötzliche Erkenntnis oder eine zündende Idee. Auch im Kreislauf der Natur oder der Schönheit eines Sonnenaufgangs erkenne ich die Höheren Macht.
Was bedeutet für euch die alltägliche Spiritualität? Wie lebt ihr sie? Bitte teilt eure Gedanken mit uns.
Beiträge zu beiden Themen bitte bis zum 3. Juni 2026 an aa-redaktion@anonyme-alkoholiker.de
