Januar 2027
Fortschritt, nicht Perfektion:
„Darum streben wir in diesem Leben keine Vollkommenheit an, außer in der Demut und in der Liebe. Wir müssen uns bei den meisten unserer Probleme auf einen stufenweisen Fortschritt einstellen, häufig unterbrochen von harten Rückschlägen. Unser alte Alles-oder-nichts-Einstellung müssen wir aufgeben“. So steht es in „Wie Bill es sieht“ (Nr. 6).
Ich selbst hörte in den Meetings: „Wir haben in AA ein Pro-gramm, kein Pro-kilogramm oder Pro-tonne.“ Auch riet man mir zu kleinen Schritten. Weil ich bei zu großen auf die Nase fallen könnte.
Ich wollte das nicht gleich glauben und bin ein paarmal gestolpert. Dann aber stellte ich fest, dass es besser ist, langsam zu gehen und ein kleines Ziel nach dem anderen zu erreichen, statt mir zu große Ziele zu setzen und sie – total frustriert und rückfallgefährdet – nicht zu erreichen.
Wie ist es euch auf dem Weg der Nüchternheit ergangen? Wir freuen uns über eure Zuschriften.
Sonderthema Januar 2027
Nur du allein schaffst es …
Nimm dich nicht so wichtig
„Nimm dich nicht so wichtig, aber nimm dich wichtig genug“, hörte ich schon in den ersten Monaten bei AA. Es hat eine Weile gedauert, bis ich verstand. Am Anfang nahm ich mich nämlich sehr wichtig: Ich war die Ärmste! Wenn doch mein Vater nicht so früh gestorben wäre und meine Mutter nicht getrunken hätte, dann … Nun ja, Selbstmitleid lauerte an jeder Ecke und gefährdete meine Trockenheit.
Also lernte ich, dass ich kein Opfer war, sondern ein erwachsener Mensch, der üben musste, sein Leben selbstverantwortlich zu meistern. Es war kein kurzer Prozess, bis ich mir ein gesundes Selbstbewusstsein erarbeitet hatte und ich arbeite immer noch und immer wieder dran.
Wir freuen uns über eure Gedanken zum Thema.
Beiträge zu beiden Themen bitte bis 3. November 2026 an aa-redaktion@anonyme-alkoholiker.de
Februar 2027
Die Sache mit der Ehrlichkeit
Fehlbar, wie wir sind und in diesem Leben immer sein werden, können wir nicht annehmen, dass wir je die absolute Ehrlichkeit erreichen. Wir können nur eine bessere Qualität der Ehrlichkeit anstreben. (Wie Bill es sieht, Artikel 172)
Bill empfiehlt, dass „jeder von uns nach besten Kräften nach diesem hohen Ideal streben sollte“. Die tägliche Inventur und das eigene Hinterfragen können dabei eine große Hilfe sein. Mir selbst gegenüber so ehrlich zu sein, wie es mir möglich ist, ist für mich die Grundlage für mein trockenes Leben geworden.
Wie haltet ihr das mit der Wahrheit? Reicht manchmal die halbe Wahrheit? Was denkt ihr über Notlügen?
Teilt doch bitte mit uns eure Gedanken dazu!
Sonderthema Februar 2027
Gott, wie ich ihn verstehe
In sechs von unseren Zwölf Schritten taucht er auf, einmal als Höhere Macht, die anderen Male als „Gott, wie wir ihn verstehen“. Diese sechs Schritte sind Empfehlungen, unseren trockenen, oft steinigen Weg mit ihm zu gehen, uns ihm anzuvertrauen, Last abzugeben und ihn um etwas zu bitten. Darum ist es so wichtig, dass ich meinen Gott, wie ich ihn verstehe, finde. Nur diese Weite und Toleranz gibt jeder und jedem von uns die Chance (trocken) zu leben, auch einem Atheisten. Da könnte Gott das Wunder sein, AA gefunden zu haben.
Wie ist es für dich? Wir sind gespannt!
Beiträge zu beiden Themen bitte bis zum 3. Dezember 2026 an aa-redaktion@anonyme-alkoholiker.de
März 2026
Trauer und Schmerz
In der Gemeinschaft der Anonymen Alkoholiker lernen wir, zunehmend gelassener mit unserer unheilbaren Krankheit umzugehen. Heute kann ich auch durch „schlechte Tage“ trocken durchgehen und daran reifen. Mein Vertrauen in mich und meine Höhere Macht kann wachsen und meine Ängste können abnehmen. Aber wie finden wir trocken durch Schicksalsschläge wie Tod, Verlust oder Trennung? Trauer und Schmerz sind wahre Prüfsteine für unsere Nüchternheit. Was hat euch geholfen, dennoch auf dem guten Weg zu bleiben? Was hat Trost und Halt gegeben in diesen schweren Zeiten?
Teilt mit uns zu diesem herausfordernden Thema.
Sonderthema März 2026
Verantwortung für mich und andere
Mit Hilfe unserer einstigen „Allgemeinmedizin“ schienen wir lange Zeit der Verantwortung ausweichen zu können, bis sie uns schließlich vollständig aus der Hand genommen wurde von König Alkohol. Mir fällt es auch nach Jahren der Trockenheit noch nicht immer leicht, zu meiner Verantwortung zu stehen. Dabei ist Verantwortung zu übernehmen ja auch Selbstermächtigung: Entscheidungen zu treffen und dazu zu stehen. Auch klar nein zu sagen. Meine Begrenztheit anzunehmen wie meine Augenfarbe, das verhilft mir zur Demut.
Aber wo beginnt und wo endet meine Verantwortung? Wir freuen uns schon auf eure Beiträge.
Beiträge zu beiden Themen bitte bis 3. Januar 2026 an aa-redaktion@anonyme-alkoholiker.de
