November 2025
Sie werden wahr, die Versprechen
Bis ich die „Versprechen“ im Blauen Buch entdeckt habe, hat es ein Weilchen gedauert. Zuerst las ich nur die Lebensgeschichten im hinteren Teil des Buches, weil mir alles andere zu kompliziert war mit meinem zu Beginn meiner Trockenzeit noch ziemlich „verhuddelten“ Gehirn.
Jahre später waren die Versprechen dann mal ein Meetingsthema, kann sogar sein, dass es auf einem Deutschsprachigen Ländertreffen war, und ich war sofort begeistert von ihnen.
Seitdem sind die Seiten 96/97 meine absolute Lieblingsstelle im Blauen Buch. Wir lesen sie ganz oft auch am Ende eines Meetings, denn dann haben wir alle einen Grund, uns auf unser weiteres trockenes Leben zu freuen: Die einen, weil sich schon viele Versprechen erfüllt haben, die anderen, weil noch so viel Gutes auf sie wartet …
Wir freuen uns, wenn Ihr uns Eure Erfahrungen mit den Versprechen mitteilt.
Beiträge bitte bis zum 3. September 2025 an aa-redaktion@anonyme-alkoholiker.de
Dezember 2025
Die Familie danach
„In den meisten Familien, die mit einem genesenden Trinker zusammenleben, überzeugt er durch sein Beispiel. … Durch den Einfluss der Zwölf Schritte der AA können diese Verhältnisse oft geradegerückt werden.“
(Wie Bill es sieht, Artikel 123; Seite 131)
Als ich endlich aufhören durfte zu trinken, war ich voller Schuld- und Schamgefühle, besonders meiner Familie gegenüber. Gott sei Dank hatte ich einen Sponsor, der nicht müde wurde, mit mir diesen schwierigen Weg des Selbstverzeihens zu gehen. In vielen intensiven Gesprächen verstand ich, dass ich nichts ungeschehen machen konnte, nichts wiedergutmachen. Wie denn auch? Aber anschauen und ehrlich werden, das war ich meiner Familie – und vor allem mir selbst – schuldig. Erst als ich meine Vergangenheit und mich, wie ich in Verbindung mit dem Alkohol war, annehmen konnte, wurde mir klar, was ich jetzt tun konnte: es ab sofort wieder gut machen!
Dabei half mir das Sprechen im Meeting und der ehrliche Versuch, nach den Zwölf Schritten zu leben.
Sonderthema zur Dezemberausgabe
AA-Zugehörigkeit als Kraftquelle
„Ohne lange nachzudenken, werden wir jetzt mit Situationen fertig, die uns früher umgeworfen haben.“
(Blaues Buch, Seite 97)
An meinem Tiefpunkt schien mir ein Leben ohne Alkohol undenkbar. Wie soll ich mit meinen Ängsten, meinen Problemen, meinen Minderwertigkeitsgefühlen umgehen? Werde ich vereinsamen? Wird mein Alltag trist und langweilig werden?
Nein, nichts von allem! In der AA-Gemeinschaft lerne ich, mir selbst (und einem wohlmeinenden Schicksal) zu vertrauen. Immer wieder entdecke ich Kräfte, Fähigkeiten und Fügungen, an denen ich vorher gezweifelt habe. So startete ich mit der Gewissheit, dank AA niemals mehr allein sein zu müssen, an einem neuen Wohnort zuversichtlich in einen neuen Lebensabschnitt.
Welche Begebenheiten waren für Euch herausfordernd? Wie konntet Ihr aus der AA-Zugehörigkeit Kraft schöpfen? Bitte berichtet davon!
Beiträge zu beiden Themen bitte bis 3. Oktober 2025 an aa-redaktion@anonyme-alkoholiker.de
Januar 2026
Der erste Schritt:
Wer gibt schon gern zu, dass er oder sie wirklich am Ende ist? Niemand. Und doch war dieses Eingeständnis der eigenen Machtlosigkeit gegenüber dem Alkohol für mich die Eintrittskarte zu einem neuen Leben. Lange hatte ich mich hinter einer Fassade versteckt, hinter der schon lange nichts mehr außer Leere, Wahnsinn und Verzweiflung war. Erst als die Fassade bröckelte und mein Scheitern offensichtlich wurde, fand ich in den Meetings die Hilfe, die ich so dringend brauchte. Die AA-Freundinnen und -Freunde zeigten mir einen Weg aus meiner einsamen Hölle auf, einfach, indem sie mich an die Hand nahmen und mich durch die Schritte führten. Es funktionierte: Ich wurde trocken und blieb es bis heute.
Wie ist es dir ergangen? Wie hast du deinen Ersten Schritt erlebt? Wir sind gespannt auf deine Zuschrift.
Beiträge bitte bis 3. November 2025 an aa-redaktion@anonyme-alkoholiker.de