November 2026
Der Elfte Schritt
Viel herumrennen und reden kann ich gut. Stillsitzen und zuhören weniger. Ich liebe den Elften Schritt und gleichzeitig ist er meine größte Herausforderung. Selbst nach Jahren im Programm muss ich hier stärkste innere Widerstände überwinden. Aber es lohnt sich dafür umso mehr! Friede und Klarheit, die durch Gebet und Meditation kommen können, sind unbezahlbar.
Das AA-Programm bietet maximale Freiheit bei Gebet und Meditation. Entsprechend vielfältig sind die Wege, wie wir den Elften Schritt gestalten.
Was sind eure Lieblingsmethoden, wie sieht eure Praxis im Alltag aus? Fällt es leicht, die Verbindung zu Gott zu vertiefen? Was macht ihr, wenn ihr mal gefühlt „niemanden erreicht“? Wie wandeln sich eure Gebete im Laufe der Zeit?
Bitte erzählt uns davon.
Sonderthema November 2026
Das „Arme-Sau-Syndrom“
„Worte können nicht die Einsamkeit und Verzweiflung wiedergeben, die ich im tiefen Morast des Selbstmitleids fand.“ (Blaues Buch, S. 9)
Wie gern suhlte ich mich in meinem Elend: In den trübsten Farben konnte ich meine Vergangenheit ausmalen, meine Gegenwart bejammern und die Welt anklagen, dass sie mir Unrecht getan hatte und mir immer noch Wiedergutmachung schulde. Da ließ sich prima drauf trinken.
Mit der Trockenheit verschwand das Syndrom nicht. Erst durch die Schrittearbeit konnte ich es entlarven. Was war das für eine Befreiung! Ich bin nicht für immer geheilt, aber ich erkenne heute, wenn die arme Sau mal wieder einen Auftritt möchte. Sie darf sich dann an den Rand des Geschehens setzen, aber nicht mehr bestimmen.
Welche Formen hat das Arme-Sau-Syndrom bei euch? Und wie kommt ihr euch auf die Schliche? Könnt ihr schnell aussteigen oder ist es manchmal zäh?
Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen.
Beiträge zu beiden Themen bitte bis zum 3. September 2026 an aa-redaktion@anonyme-alkoholiker.de
Dezember 2026
Der Zwölfte Schritt
Nun haben wir das spirituelle Programm der AA durchgearbeitet und dürfen erfahren, wie sich das Anwenden der Schritte in unserem alltäglichen Leben auswirkt. Wir traten vom Dunkel ins Licht, und nun wollen wir weitergeben, was wir selbst geschenkt bekamen.
Wie haben sich dein Lebensgefühl und dein Bewusstsein durch unser Programm verändert? Praktizierst du wirklich alle Schritte, oder bist du ein „Twostepper“? Welche Erfahrungen hast du mit der Weitergabe unserer Botschaft gemacht? Welche Mühen nimmst du dafür auf dich? Wie gehst du mit Scheitern um?
Bitte lass uns an deiner Erfahrung teilhaben.
Sonderthema Dezember 2026
Liebe ist …
„Die nächste Front in unserem Kampf ist die Nüchternheit in unserem Gefühlsleben“, heißt es in Sechs Artikel von Bill zum Stichwort Liebe. Als einen der Hauptfehler in seinen Beziehungen benennt Bill die Abhängigkeit von Menschen und Umständen, die ihm Anerkennung und Sicherheit verschaffen sollten.
Was habe ich alles angestellt, um mich geliebt zu fühlen? Welche überzogenen Erwartungen hatte ich an mir nahestehende Menschen? Erst in der Trockenheit entwickelte ich allmählich ein gesundes Selbstwertgefühl, und nur so konnte ich auf Augenhöhe lieben.
Wie hat sich deine Liebesfähigkeit entwickelt? Wie steht es um das Geben und Nehmen? Um Nähe und Distanz? Was, wenn es nicht klappt? Welche heiße Eisen sind noch zu bearbeiten?
Wir freuen uns auf dein Teilen.
Beiträge zu beiden Themen bitte bis 3. Oktober 2026 an aa-redaktion@anonyme-alkoholiker.de
Januar 2027
Fortschritt, nicht Perfektion:
„Darum streben wir in diesem Leben keine Vollkommenheit an, außer in der Demut und in der Liebe. Wir müssen uns bei den meisten unserer Probleme auf einen stufenweisen Fortschritt einstellen, häufig unterbrochen von harten Rückschlägen. Unser alte Alles-oder-nichts-Einstellung müssen wir aufgeben“. So steht es in „Wie Bill es sieht“ (Nr. 6).
Ich selbst hörte in den Meetings: „Wir haben in AA ein Pro-gramm, kein Pro-kilogramm oder Pro-tonne.“ Auch riet man mir zu kleinen Schritten. Weil ich bei zu großen auf die Nase fallen könnte.
Ich wollte das nicht gleich glauben und bin ein paarmal gestolpert. Dann aber stellte ich fest, dass es besser ist, langsam zu gehen und ein kleines Ziel nach dem anderen zu erreichen, statt mir zu große Ziele zu setzen und sie – total frustriert und rückfallgefährdet – nicht zu erreichen.
Wie ist es euch auf dem Weg der Nüchternheit ergangen? Wir freuen uns über eure Zuschriften.
Sonderthema Januar 2027
Nur du allein schaffst es …
Nimm dich nicht so wichtig
„Nimm dich nicht so wichtig, aber nimm dich wichtig genug“, hörte ich schon in den ersten Monaten bei AA. Es hat eine Weile gedauert, bis ich verstand. Am Anfang nahm ich mich nämlich sehr wichtig: Ich war die Ärmste! Wenn doch mein Vater nicht so früh gestorben wäre und meine Mutter nicht getrunken hätte, dann … Nun ja, Selbstmitleid lauerte an jeder Ecke und gefährdete meine Trockenheit.
Also lernte ich, dass ich kein Opfer war, sondern ein erwachsener Mensch, der üben musste, sein Leben selbstverantwortlich zu meistern. Es war kein kurzer Prozess, bis ich mir ein gesundes Selbstbewusstsein erarbeitet hatte und ich arbeite immer noch und immer wieder dran.
Wir freuen uns über eure Gedanken zum Thema.
Beiträge zu beiden Themen bitte bis 3. November 2026 an aa-redaktion@anonyme-alkoholiker.de
