September 2026

Der Neunte Schritt

Wiedergutmachung bedeutet, die eigene Vergangenheit anzuerkennen, die Konsequenzen zu tragen und dabei stets das Wohl der anderen nicht aus den Augen zu verlieren. Nachdem wir im Achten Schritt eine Liste der Personen angefertigt haben, denen wir geschadet hatten, wollen wir nun den entstandenen Schaden wiedergutmachen.

Aber was kann ich ganz praktisch tun? Wie seid ihr auf Familienmitglieder, Freunde, Kollegen zugegangen? Was passierte, als ihr von begangenen Fehlern berichtet habt? War euer Gegenüber von eurem Wunsch, Unrecht in Ordnung zu bringen, beeindruckt? Oder wollte eure Familie davon vielleicht gar nichts wissen?

Lasst uns an euren Erfahrungen teilhaben.

Sonderthema September 2026

Dankbar zufrieden

Im Blauen Buch heißt es: Wir werden das Wort Gelassenheit verstehen und Frieden erfahren. Sind das nicht herrliche Aussichten?

Ein dankbar zufriedenes Leben steht im Gegensatz zur Sklaverei der Sucht, die unseren Geist und Körper jahrelang im Griff hatte. Doch unser vergangenes Leiden brachte schließlich all das Gute, dessen wir uns heute erfreuen.

Das will ich nicht vergessen. Dabei helfen mir tägliche Rituale: Morgens beim Aufwachen im Gebet Orientierung zu finden, tagsüber bewusst nach den Schritten zu leben und abends in meiner Dankbarkeitsliste ehrlich auf den Tag zurückzuschauen.

Was sind eure Wege, um dankbar zufrieden zu leben?

Beiträge zu beiden Themen bitte bis 3. Juli 2026 an aa-redaktion@anonyme-alkoholiker.de

Oktober 2026

Der Zehnte Schritt:

In den ersten neun Schritten bereiten wir uns auf das Abenteuer eines neuen Lebens vor. So steht es in unserer Literatur. Mit dem Zehnten Schritt fangen wir an, diesen Lebensweg in die Praxis umzusetzen. Tag für Tag. Ganz gleich, was kommt.

Auf mich kam viel Unvorhersehbares zu, in positiver, aber leider auch in negativer Hinsicht. Jeden Tag erlebe ich wie eine Art Bewährungstest: Bleibe ich trocken? Schaue ich ehrlich meine Soll- und Habenseite an? Wie gehe ich mit Herausforderungen und Stimmungsschwankungen um? Schaffe ich es, wirklich ehrlich zu sein und sofort zuzugeben, wenn ich falsch liege oder einen Fehler gemacht habe? Kann ich auch meine positive Entwicklung wahrnehmen? Mich über kleine Fortschritte freuen?
Wir sind gespannt auf eure Erfahrung mit dem Zehnten Schritt. Nutzt ihr die „Sofortinventur“? Bitte berichtet uns davon.

Sonderthema Oktober 2026

Nur du allein schaffst es …

Wenn ich diese Worte lese, meldet sich bei mir sofort der zweite Teil unseres wichtigen AA-Spruchs: Aber du schaffst es nicht allein!
Das war für mich das Wichtigste beim Start in mein neues trockenes Leben. Auf den ersten Blick ein Widerspruch, auf den zweiten Blick eine tiefe Wahrheit. Wie sehr hatte ich mich an den Satz meines ersten Sponsors geklammert: „Nur du allein schaffst es. Wenn du endlich bereit bist, Hilfe anzunehmen.“ Und so war es. All meine früheren Versuche, mit dem Trinken aufzuhören, waren gescheitert. Doch nun war meine Arroganz, allein mit dem Alkohol klarzukommen, ausgelöscht. Ich hatte nur noch den Wunsch, zu überleben. Irgendwie. Also machte ich mich auf, lief in die Meetings, bat um Hilfe. Ich ergriff die Hände, die sich mir entgegenstreckten. Und lasse sie bis heute nicht mehr los. Aber ich musste zugreifen. Das war mein Anteil. Und dann war ich nicht mehr allein.

Wie habt ihr diese doppelte Wahrheit erlebt? Wir freuen uns auf eure Erfahrungen.

Beiträge zu beiden Themen bitte bis 3. August 2026 an aa-redaktion@anonyme-alkoholiker.de

November 2026

Der Elfte Schritt

Viel herumrennen und reden kann ich gut. Stillsitzen und zuhören weniger. Ich liebe den Elften Schritt und gleichzeitig ist er meine größte Herausforderung. Selbst nach Jahren im Programm muss ich hier stärkste innere Widerstände überwinden. Aber es lohnt sich dafür umso mehr! Friede und Klarheit, die durch Gebet und Meditation kommen können, sind unbezahlbar.

Das AA-Programm bietet maximale Freiheit bei Gebet und Meditation. Entsprechend vielfältig sind die Wege, wie wir den Elften Schritt gestalten.

Was sind eure Lieblingsmethoden, wie sieht eure Praxis im Alltag aus? Fällt es leicht, die Verbindung zu Gott zu vertiefen? Was macht ihr, wenn ihr mal gefühlt „niemanden erreicht“? Wie wandeln sich eure Gebete im Laufe der Zeit?

Bitte erzählt uns davon.

Sonderthema November 2026

Das „Arme-Sau-Syndrom“

„Worte können nicht die Einsamkeit und Verzweiflung wiedergeben, die ich im tiefen Morast des Selbstmitleids fand.“ (Blaues Buch, S. 9)

Wie gern suhlte ich mich in meinem Elend: In den trübsten Farben konnte ich meine Vergangenheit ausmalen, meine Gegenwart bejammern und die Welt anklagen, dass sie mir Unrecht getan hatte und mir immer noch Wiedergutmachung schulde. Da ließ sich prima drauf trinken.

Mit der Trockenheit verschwand das Syndrom nicht. Erst durch die Schrittearbeit konnte ich es entlarven. Was war das für eine Befreiung! Ich bin nicht für immer geheilt, aber ich erkenne heute, wenn die arme Sau mal wieder einen Auftritt möchte. Sie darf sich dann an den Rand des Geschehens setzen, aber nicht mehr bestimmen.

Welche Formen hat das Arme-Sau-Syndrom bei euch? Und wie kommt ihr euch auf die Schliche? Könnt ihr schnell aussteigen oder ist es manchmal zäh?

Wir sind gespannt auf eure Erfahrungen.

Beiträge zu beiden Themen bitte bis zum 3. September 2026 an aa-redaktion@anonyme-alkoholiker.de