23. Mai

Geistige Gesundheit

Wenn wir die seelische Krankheit überwunden haben, erholen wir uns auch geistig und körperlich wieder.

Anonyme Alkoholiker, S. 74/75

Mein großer Stolz, der sich hinter meinen materiellen Erfolgen und meinem Intellekt versteckt, macht es für mich sehr schwer, meine geistige Krankheit anzunehmen. Intelligenz kann sich durchaus mit Demut vertragen, vorausgesetzt, dass ich die Demut an die erste Stelle setze. Ansehen und Reichtum sind für viele Menschen der modernen Welt das höchste Ziel. Dazugehören zu wollen und besser zu scheinen als ich eigentlich bin, ist die eigentliche geistige Krankheit. Meine Schwäche zu erkennen und auch zuzugeben – das ist der Beginn dauerhafter, geistiger Gesundung. Wenn ich Gott täglich bitte, mich zu erleuchten, mir seinen Willen zu offenbaren und mir die Kraft zu schenken, ihn auszuführen, so ist dies ein Zeichen geistiger Gesundheit. Meine geistige Gesundheit ist ausgezeichnet, wenn ich einsehe, dass es mir umso besser geht, je deutlicher ich erkenne, wie viel Hilfe ich von anderen brauche.

Aus dem Buch „Heute. Gedanken zum Tag“ (Originaltitel: Daily Reflections).
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