AA-DACH Leseprobe

Zeitschrift AA-DACH

In der Monatszeitschrift AA-DACH der deutschsprachigen Anonymen Alkoholiker werden Erfahrungen der jeweiligen Verfasser/Innen mit dem AA-Programm (Schritte, Traditionen, Meetings-Begegnungen, Sponsorschaft etc.) veröffentlicht.
Sie stellen keine Stellungnahme der Gemeinschaft der Anonymen Alkoholiker dar und können nicht auf AA als Ganzes bezogen werden.

Juli 2017

Bestellnummer: 201 Monatszeitschrift im Abo

 

Monatsthema:
Demut für heute

Leseprobe

Mut gibt es in verschiedener Form!

Mein Name ist Ingrid, ich bin eine fröhlich vor mich hin genesende Alkoholikerin. Meist bin ich ganz schön mutig, wenn es nicht an mein persönliches „Eingemachtes“ geht! Was ich sagen will ist, dass ich generell recht mutig bin, mich nicht im Finsteren, in der Einsamkeit, in verlassenen Straßen, vor kaltem Wasser im Frühling oder vor Menschen fürchte. Aber manchmal kommt mir jemand zu nahe, dann bekomme ich schon jede Menge Angst, wenn ich etwas von mir selbst preisgeben sollte. Das geht nur im Meeting, da kann ich über alles reden, aber privat bin ich ein feiger Hund! Nähe ist auch so ein Punkt, wo meine Unsicherheit zu Tage tritt! Das ignoriere ich meist und „schwenke“ ab! Ich kann ja nicht alles können!

„Ich bin stolz auf …“

… ist schon mal der falsche Beginn! Früher war ich auf vieles stolz: Meine fröhlichen Großeltern, meine Eltern, die eine Zugehörigkeit und Liebe ausstrahlten, die ich für das Allerhöchste hielt. Meist war ich stolz und zufrieden mit meinen eigenen Leistungen – immer wieder brachte ich etwas fertig, wofür  rund um mich  alle lobten. Und es gab auch die stillen Triumphe, auf die ich mächtig stolz war: dass ich es in ein Gymnasium geschafft habe, weil ich nicht in die Hauptschule gehen wollte, wo meine Mutter unterrichtete, obwohl ich ursprünglich keine so gute Schülerin war; dass der „Storch“ tatsächlich meinen Wunsch erfüllte und mir einen Bruder brachte, als ich 10 war; dass ich so viele Freundinnen hatte; dass ich so sportlich war, obwohl ich Sport gar nicht so besonders mochte; dass ich allein nach Holland und England fahren konnte, ohne mich zu fürchten oder mich zurückzuziehen; dass ich meine erste Liebe doch zurückgewonnen habe; dass ich dann trotzdem ein Austauschjahr in den USA verbrachte; dass ich in einem Schuljahr zwei Klassen abschließen konnte, damit ich den Jahrgang nicht ändern musste; dass ich offensichtlich immer gut ausstieg, wenn ich was begonnen habe. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Irgendwann kam der Alkohol und mein Stolz schmolz dahin wie Eis in glühender Sonne.

Und dann kam AA …

… und eine ganz neue Lebenserfahrung, eine völlig neue Sicht auf mein Leben und die Dinge im Allgemeinen! Ursprünglich wollte ich so fröhlich sein, wie die Freunde in meinem ersten Meeting! Darauf war es die Trockenheit, die ich bestrickend fand – hatte ich doch jahrelang versucht, allein mit dem Alkohol trinken aufzuhören, und plötzlich funktionierte das von Tag zu Tag. Nur weil ich es für 24 Stunden versuchte und Menschen getroffen hatte, die die gleiche Krankheit hatten wie ich? Heute kann ich rückblickend wohl sagen, dass die Freunde in AA meine Welt und damit mein Leben gründlich umgekrempelt haben. Schien so, als würde kein Stein auf dem anderen bleiben! Und so scheint es mir heute noch gewesen zu sein!

Und mit AA kam diese Höhere Macht, …

… und wenn Sie wissen wollen, wie es der Verfasserin weiter ergangen ist, dann abonnieren Sie doch einfach diese Zeitschrift!
vertrieb@anonyme-alkoholiker.de

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