AA-DACH Leseprobe

Zeitschrift AA-DACH

In der Monatszeitschrift AA-DACH der deutschsprachigen Anonymen Alkoholiker werden Erfahrungen der jeweiligen Verfasser/Innen mit dem AA-Programm (Schritte, Traditionen, Meetings-Begegnungen, Sponsorschaft etc.) veröffentlicht.
Sie stellen keine Stellungnahme der Gemeinschaft der Anonymen Alkoholiker dar und können nicht auf AA als Ganzes bezogen werden.

April 2018

 

Monatsthema:
Jeder für sich!

Leseprobe

Die Sache mit der Gelassenheit

Mit fortschreitender Trockenheit und auf dem Weg zur zufriedenen Nüchternheit habe ich in AA einen wirklich gut ausgestatteten Werkzeugkasten bekommen. In Lebenslagen, die mich emotional überfordern, brauche ich nur nachzudenken, welchen Schritt ich da anwenden könnte – und schon stehe ich außerhalb der belastenden Situation. Ich kann jederzeit auf eine Blitzinventur innehalten und in der Folge kenne ich mich schon wieder ein bisschen besser! Ich kann mal an die frische Luft gehen – dann wird mein Kopf wieder klarer. Ich kann meine Freundinnen und Freunde in AA anrufen und ein klärendes, aufbauendes oder tröstliches Gespräch suchen. Ich habe da noch nie eine Abfuhr bekommen! Ich habe eine kleine Holzschachtel, in die ich immer meine Sorgen in schriftlicher Form abgebe, mit dem Hinweis, dies wären die Sachen, die für Gott zu erledigen sind. Ich nenne die Schachtel mein „Gottes-Kistl“. Wenn ich mir gar nicht mehr zu helfen weiß, ziehe ich mich zum Beten zurück – das hilft immer! Je mehr ich von meinem Leben meiner Höheren Kraft oder Gott überlassen kann, desto gelassener werde ich.

Die Sache mit der Liebe

Die Liebe zu Eltern, Kindern und anderen Verwandten und Freunden versteht sich ja fast von selbst. Schwierig wird es erst mit den anderen Geschöpfen rund um uns. Zuerst schlich sich wohl bei mir die Liebe in den Umgang mit meinen AA Freundinnen und Freunden ein: ich lernte sie von einer ganz anderen Seite kennen; ich war ihnen dankbar; sie waren die ersten, die ich so akzeptieren konnte, wie sie waren; von ihnen war ich bereit zu lernen; sie empfand ich als gleichgestellt mit mir, hatten wir doch die gleiche Krankheit; bei ihnen hatte ich immer den Eindruck, auf gleicher Augenhöhe zu sein; sie lehrten mich, manchmal in ihren Schuhen ein paar Schritte zu machen; ihnen kann ich glauben, dass ihnen mein Fortschritt am Herzen liegt, wenn sie mich kritisieren; mir wird warm ums Herz, wenn ich sie wiedersehe; es scheint da ein liebevolles Band zu wirken. Nachdem wir so offen und ehrlich in den Meetings sprechen, kennen wir einander auch bedeutend besser, als ich so manche andere Menschen in meinem Umfeld kenne. Was ich in AA erleben und üben darf, wirkt sich auch auf mein Leben aus. Ich muss nur in jedem Fall darauf achten, dass ich nicht zu werten und urteilen beginne. Auch das habe ich in AA erfahren und in meinen Diensten fleißig üben können! Natürlich muss und kann ich nicht alle Menschen lieben, aber inzwischen habe ich zumindest gelernt, sie so zu nehmen und zu lassen wie sie sind. Ich bringe es auch immer häufiger zusammen, meinen Mund zu halten und vermeide damit „ehrliche verbale Ohrfeigen“! Das schafft Frieden in mir!

… und wenn Sie wissen wollen, wie es der Verfasserin weiter ergangen ist,  dann abonnieren Sei doch einfach diese Zeitschrift!

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